RegLeo besucht das Vogtsbauernhof-Museum

Am Mittwoch dem 1. Oktober 2014 fuhren wir nach Gutach zum Vogtsbauernhof-Museum.

Die Planung sah vor, dass wir uns entlang der S6 mit unseren BW-Tickets treffen würden. Der Mensch denkt, doch der öffentliche Personen Nahverkehr lenkt. So kamen 6 Teilnehmer von Heimsheim und Rutesheim kommend nicht rechtzeitig am Leonberger Bahnhof an, ... ... um die S6 zu erreichen. Natürlich davon einer mit dem Ticket für 4 auf der Strecke zusteigenden Personen. Schnelle Recherchen von Gerhard mit seinem Smartphon ...
... ergaben, dass für die zurück gebliebenen noch eine Möglichkeit wäre, über Renningen mit der S60 nach Böblingen zu fahren und dort in unsere Gäubahn zuzusteigen. So schafften dann doch alle noch den Weg Richtung Gutach. Die weiteren Umstiege in Eutingen, Freudenstadt und Wolfach klappten problemlos. Da es bei unserer Ankunft in Gutach bereits weit über 12:00 Uhr war, haben wir uns zuerst einmal ...
... im Museumsrestaurant "zum Hofengel" zum Mittagessen niedergelassen. Nach dem Essen und einer Tasse Kaffee ... ... fand Gerhard einen würdigen Abschluss, der nach der Führung genossen werden könnte. Dann ging es also zum Rundgang durch das Museum. Unser Klaus hatte sich ausgiebig informiert und vorbereitet ...
... sodass er uns durch das Museum führen konnte. Der erste Museumshof war das Hotzenwaldhaus - ein Eindachbauernhaus aus dem Hotzenwald Beim Eindachhaus überspannt das Dach die Wohn und Wirtschaftsräume, ... ... den Stall und die Speicherrflächen. Zur Wärmedämmung verläuft innerhhalb des Hauses ein Flur zwischen Aussenwand und Wohnräumen - Schild genannt.
Die Küche war eine s.g. Schwarzküche. Sie hatte keinen Kamin. Die Rauchgase gingen durch den Räucherbereich direkt nach oben und verließen das Haus breitflächig durch das Strohdach. Da die Bauern im Hotzenwald nicht von ihrer Landwirtschaft leben konnten, haben sie in Heimarbeit ... ... als Weber oder Gerber hinzuverdienen müssen.
Für die Bewohner des Schauinslandhauses galten vergleichbare Bedingungen. Sie waren meist ... hangständig, sodass man mit einem Fuhrwerk das Heu direkt in den Dachstock über den Ställen fahren konnte. Der Hippenseppenhof war benannt nach dem ersten Bauer Josef (Sepp) der vom Hippenhof kam und die Tochter des Grundeigentümers geheiratet hatte.
Auch zu dieser Zeit waren noch Schwarzküchen gebräuchlich. Diese Betten stammen allerdings nicht aus dem Baujahr des Hofes sondern vom 19. Jahrhundert. Auch die Bewohner des Hippenseppenhofes mussten hinzuverdienen z.B. mit der Herstellung von einfachen Holzgeschirren wie Löffeln, Schüsseln usw.
Einige Sprüche aus der damaligen Zeit wurden hier gewaschen. Das Innere der Hofkapelle beim Vogtsbauernhof. Mit Strohmänteln haben sich die Hütekinder beim Kühe hüten auf der Weide warm gehalten.
Der Vogtsbauernhof ist das einzige Gebäude, das hier an Ort und Stelle errichtet worden war. Alle anderen Gebäude wurden ins Museum versetzt. Dies Zimmer wurde noch bewohnt, als der Vogtsbauernhof schon Museum war. Im 18. Jahrhundert wurde der Hof von 3 Familien bewohnt, die jede einen eigenen Herd hatten.
In der Schwarzküche hingen die Räucherwaren, die durch den Rauch haltbar gemacht wurden. Unter den Räucherwaren standen ... ... Näpfen zum Auffangen des herabtropfenden Fettes. Hier konnte man also durch Unachtsamkeit ins Fettnäpfchen treten. In die gute Stube durften nur der Vogt und seine Familie.
So stellt man sich das Arbeitszimmer des Landvogts vor, dessen Hauptaufgabe ... ... die Abrechnung der Steuern war, Hier wurde der Zehnte abgewogen. ..Das Ruhebett des Landvogts mir der hohen Kante auf die er sein Erspartes legen konnte.
Der Kachelofen wurde erst im 19. Jahrhundert eingebaut ... ... und auch diese Möbel stammen aus dem 19. Jahrhundert. Laut der Württembergischen Bauordnung von 1568 mussten die Dächer an den Stellen der Ausgänge aus Brandschutzgründen mit Ziegeln gedeckt sein um im Brandfalle flüchtende Personen und das Vieh vor herabfallendem brennenden Stroh zu schützen.
Bei kleineren Unpässlichkeiten und Erkrankungen musste die Arznei aus dem Kräutergarten geerntet werden. Da die Wirksamkeit oft umstritten war, gab der Heilkundige den Rat, abzuwarten und (Kräuter-) Tee zu trinken. Pünktlich um 17:00 Uhr sammelten wir uns dann an der Bushaltestelle zur Rückfahrt.

Der Bus brachte uns nach Wolfach, wo wir in dem Restaurant Hüttenklause bei der Glashütte zum Abendessen angemeldet waren. Nach dem Essen ging es zurück zum Bahnhof Wolfach, wo die lange Rückfahrt nach Stuttgart über Freudenstadt und Eutingen begann. In Stuttgart hatten wir dann 30 Minuten Zeit, um noch ein Fischbrötchen mit einem kleinen Pils zu uns zu nehmen. Der gesamte Rückfahrtsverlauf war erstaunlicherweise störungsfrei, sodass jeder zum vorgesehenen Zeitpunkt zu Hause war.

Wir danken Rolf und Herbert für die Bereitstellung der Bilder.