RegLeo im unteren Kinzigtal

Am Mittwoch dem 4. Mai 2011 besuchte RegLeo untere Kinzigtal. Wir besichtigten dort die ehemalige freie Reichsstadt Gengenbach und die ehemalige Kreisstadt Wolfach.

Schon vor dem Marktplatz erfuhren wir einiges über die Römer auf dem Bergle in Gengenbach . Nach einem kurzen Fußweg öffnete sich vor uns ... ... Der Marktplatz mit dem berühmten Rathaus aus dem Jahre 1784.
Der Ritter auf dem Röhrbrunnen verweist stolz auf die Reichstadtprivilegien. Im Kauf- und Kornhaus wurde einst der Zehnte eingesammelt und gelagert.  
Der Brunnen vor dem Kinzigtor war die Wasserversorgung der Einwohner und diente gleichzeitig als Viehtränke. Das Kinzigtor was das größte und stärkste Tor in der gut befestigten Stadt. Von der Türmerwohnung aus ... ... wurde die Stadt Tag und Nacht bewacht, tagsüber die Stunden ausgerufen, ...
... herannahende Händler und Flöße auf der Kinzig mit Wegezoll belegt und die Feuerwache gehalten. Weiter ging es durch die Klostergasse ... ... an der wieder errichteten Stadtmauer entlang ...
... zum Klostergarten . Von der Benedikt-von-Nursia Straße aus ... ... betreten wir den ...
... medizinischen Bereich des ehemaligen Klosters. In diesem Klostergarten wurden ehemals die Heilkräuter der Mönche angebaut. Wir sehen eine Auswahl von Heil- und Gewürzpflanze.
Wegen der günstigen klimatischen Verhältnisse wächst hier sogar ein Feigenbaum   Wir begeben uns in den Innenhof der Abtei ...
... und bewundern die Fassadenbemalung der ehemaligen Klostergebäude. Hier erfahren wir auch einiges über die Gründung des Klosters ... ... im Jahre 725 durch den Bischof Pirmin.
Leider ist von dem mittelalterlichen Konviktsgebäude nichts mehr vorhanden. Im Inneren der Kirche konnten wir bequem sitzend die Geschichte des Klosters und der mit ihr eng verzahnten Stadt ... über uns ergehen lassen. Da wurde im Jahre 320 in Gengenbach ein Lambert in niedriger Herkunft geboren.
Dieser war so weise, dass er schon im Alter von 35 Jahren Abt der Klosters wurde. Durch Beziehungen zu seinem Chef , dem Bischof von Straßburg erlangte er bald auch das Wohlwollen des fränkischen Kaisers Karl II. Er wurde zum persönlichen Berater des Kaisers und erlangte so 1363 die Bischofswürde von Speyer.
Er wurde mehrfach mit diplomatischen Missionen nach Rom, Frankreich und sonstigen Fürstenhäusern betraut ... ... und im Jahre 1371 zum Bischof von Straßburg ernannt. Als solcher war er jetzt Herr über das Kloster und konnte somit die Stadt Gengenbach, die Lehen des Klosters war, in die Freiheit entlassen.
Zeitgleich erwirkte er beim Kaiser, dass dieser der nun freien Stadt die Stadtrechte bestätigte, ... womit Gengenbach zur freien Reichsstadt erklärt wurde. Kurt hier hast Du die Erläuterung zur Ausmalung der Kirche, die ich Dir noch schuldig war.
Die Abteikirche war bis zur Säkularisation im Jahre 1806 ausschließlich dem Klosterbewohnern vorbehalten. Mitte des 18. Jahrhunderts ließ ein kunstliebender Abt ein Portal in die Mitte des Westflügels ... ... einbauen. Damit hatte man einen direkten Zugang in das Treppenhaus geschaffen, das ...
im reinen Rokokostil gestaltet ist. Bemerkenswert ist die aus Symmetriegründen nur aufgemalte halboffene Tür. Die Außenanlage des ehemaligen Klosters ist heute als Parkanlage gestaltet. Nach diesem Ausflug in den klösterlichen Bereich wechseln wir wieder zur ...
... heutigen Stadt Gengenbach mit ihren Sehenswürdigkeiten. Das nächste historische Gebäude ist das ... ... obere Tor, welches früher einmal in den außerhalb der Stadtmauern gelegenen oberen Teil führte.
Auf dem Turm ist das Wappen der Stadt abgebildet, das in ... ... seinem mittleren Bereich das alte Wappen mit dem Gangfisch ... ... einer Edelmaräne zeigt. Dieser Gangfisch hat dem Ort seinen Namen gegeben.
Die Häuser wurden nach dem letzten Stadtbrand einfach auf die alte Stadtmauer gebaut. Das sparte Baumaterial und ergab zusätzlichen Platz. Das Obertor, der städtebaulich bedeutendste Turm ...
... krönt das Stadtbild. Die trichterförmig auf ihn zulaufenden Häuserfronten ... ... finden hier einen würdigen Abschluss. In diesem Wach- und Wehrturm ist eines der zwei Tonnen schwere Fallgitter ... ... angebracht. Der Turm erhielt nach 1689 über dem Viereck noch eine ins Achteck übergehenden Turmspitze.
Wir begeben uns wieder die Stadt mit ... ihren schönen Fachwerkhäusern. Was uns schon in Ulm erläutert wurde, ...
  ... trifft auch in Gengenbach zu. Da die Grundsteuern nach dem bebauten Grund berechnet wurden, ...
... baute man die oberen Stockwerke einfach weiter hinaus, um so zusätzliche Wohnfläche zu gewinnen. Blockhaus in der Engelgasse Wir sind nun am Ende dieser romantischen Fachwerkgasse ...
... mit treffenden Name Engelgasse angekommen und ... ... haben einen Blick auf den Niggelturm. Dieser beherbergt heute das Narrenmuseum ... ... und wo ein Narrenmuseum ist, kann auch ein Narrenbrunnen ...
nicht weit sein. Damit waren wir am Ende einer Führung durch die letzten 10 Jahrhunderte und stärkten uns mit einem Kuchen, Eis oder einer anderen Kleinigkeit. Nach einer kurzen Bahnfahrt erreichten wir unser nächstes Ziel: die Stadt Wolfach.
An der großzügigen Schlossanlage erkennt man, dass dieser Ort ... ... schon bessere Tage erlebt hatte. Hier war einmal das Zentrum der Kinzigtal-Flößerei.
Davon zeugt auch noch das hochherrschaftliche Rathaus, ... ... das sich doch am Besten in der Sonne sitzend genießen lässt. Das im Neorenaissancestil erbaute Rathaus stammt von 1894.
Es wurde an der Stelle eines 1892 abgebrannten Vorgängerbaus errichtet. Die Marktstraße war schon im Mittelalter ein Markt für die umliegenden Dörfer. Sie wurde nach dem Bau des Reutherbergtunnels im Jahre 1993 zu einer ...
... verkehrsberuhigten Ruhezone für den Tourismus umgestaltet. Der Stadtbrunnen dient am Aschermittwoch den ... ... Narren der Stadt, die hier ihre leeren Geldbeutel waschen.
Der Wolfacher Wolf ist eine Fachingsfigur der Fasnet. Bei großer Hitze kann man hier seine Füße kühlen. Bei der Stadtapotheke sieht man, dass manche auch in Wolfach gut verdienen können.

Die im Jahre 1871 gepflanzte Friedenslinde trägt den Spruch:

Ich ward gepflanzt von Menschenhand

als ausgelöscht des Krieges Brand

Als Friedenslinde mahn ich euch

erhaltet Frieden Stadt und Reich

So friedlich kann der Fluss aussehen nach dem die Stadt benannt ist: Die Wolfach, die so reißend wie ein Wolf sein kann.

Nach einer weiteren kurzen Zugfahrt erreichten wir unser letztes Ziel: Alpirsbach.

Zunächst besichtigten wir den Glasbläser von Alpirsbach und schauten seinem handwerklichen Geschick zu. Vorbei an dem Haus in dem am 28. 9. 1895 Kronprinz Friedrich Wilhelm weilte ... ... bewegten wir uns in Richtung Kloster.
In dieser Gaststätte haben wir dann gespeist - aber erst später. Das wichtigste Ziel steht hier ganz oben: Bierkeller. Am Rathaus gibt es eine Hinweistafel, damit man auch weiss, dass hier das Rathaus ist.
Dann schauten wir ein Weilchen der Herstellung von Schokoladenfiguren zu. Zum Leidwesen der Betreiber der Patisserie kaufte aber niemand etwas. Auch in Alpirsbach gibt es einen Brunnen - aber leider nur mit Wasser gefüllt. Dann erreichten wir das ehemalige Brauhaus des Klosters.
Hier sehen wir ein paar erwählte Mitglieder von RegLeo als zukünftige Brauergeneration
Nach einem Rundgang ... ... um die Klosteranlage - ... ... in die Klosterkirche wollte ...
... niemand wegen der ... ... total überzogenen Preise - ... ... haben wir das gesehen ...
... was in der kurzen Zeit kostenlos zu sehen war. Hier im Klostergarten hätten wir einen Brevier betenden Mönch vermutet, es war aber keiner da. Als entschlossen wir uns, zu unserem ...
... letzten Highlight zu begeben. So trafen wir dann alle in dem ... ... Restaurant Löwen Post - der Brauereiwirtschaft des ...
Alpirsbacher Klosterbräu ein. Nach einem hervorragenden Abendessen dort konnten wir ... ... um 20:00 Uhr mit dem Zug über Freudenstadt, Eutingen im Gäu und Stuttgart Hauptbahnhof wieder heimfahren.

Ich danke unseren beiden Fotografen für die prompte Lieferung der Bilder. Außerdem danke ich allen Mitreisenden der Gruppe, dass sie alle immer pünktlich zur Weiterfahrt anwesend waren, sodass der Verlust an Leuten Null Prozent betrug. Ihr seid ein dankbares Publikum meiner Vorträge gewesen. Mit Euch kann ich so etwas nochmals machen.